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Bestandsführung in der Industrieversicherung

Die Spatzen pfeifen es seit 15 Jahren von den Dächern: Die klassische, eigenentwickelte Bestandsführung auf dem Host ist tot, die Zukunft gehört modernen Standardlösungen von externen Softwareanbietern.

Was gut ist für das Massengeschäft mit Privatkunden…

Doch wie sieht die Realität in der Industrieversicherung aus? Viele Versicherungsunternehmen haben in den letzten Jahren Projekte gestartet, um ihre Bestandssyteme abzulösen. Dabei steht fast immer das Massengeschäft mit den Privatkunden im Vordergrund. Das Industriegeschäft muss hinten anstehen. Im Massengeschäft lassen sich mit Automatisierung, Roboadvisory und Kundenportalen grosse Effizienzgewinne erzielen. Die Versicherungsprodukte im Privatkundengeschäft sind einfach und lassen sich weiter standardisieren und somit auch relativ einfach automatisieren.

Die IT-Projekte zur Ablösung des gesamten Bestandssystems im P&C sind gigantisch. In der Branche werden hinter vorgehaltener Hand Zahlen von 100 Mio EUR und mehr herumgereicht.

Die hohen Summen werden dadurch gerechtfertigt, dass angeblich sämtliche Bereiche – bis hin zur Industrieversicherung – mit der neuen Lösung bedient werden können. Die Industrieversicherung wird in aller Regel aber erstmals auf später vertröstet. Zuerst muss das Massengeschäft fertig implementiert werden.

…muss nicht automatisch gut sein für die Unternehmensversicherung.

Der Bereich Unternehmensversicherung kann aber nicht ewig auf eine moderne IT Lösung warten. Die Herausforderungen vieler Industrieversicherer sind hoch: Neue Produkte wie Cyberversicherungen sollen eingeführt werden, bestehende Produkte sollen standardisiert werden und als Multiline-Produkte flexibel wie Legobausteine kombiniert werden können, die regulatorischen Anforderungen nehmen zu.

Demgegenüber stehen oft noch Host basierte Bestandsführungssystemen aus den 1980er Jahren im Einsatz. Die hohen Unterhaltskosten erdrücken jegliche Innovation, die letzten Know-how Träger gehen in Rente und an eine Anbindung ans Internet ist mit diesen Systemen nicht zu denken. Altsysteme sind Bremser statt Treiber im Digitalisierungsprozess.

Tatsache ist: Über 60 Prozent der im Einsatz befindlichen Bestandsführungssysteme sind zehn Jahre alt oder älter, nur jedes fünfte Bestandssystem wurde nach 2005 eingeführt. Über 50 Prozent der im Markt befindlichen Systeme sind nach wie vor Eigenentwicklungen der Versicherer.

Spezifische Anforderungen der Unternehmensversicherung

Wo liegen denn die spezifischen Anforderungen der Industrieversicherung an ein Bestandführungssystem? Weshalb kann nicht einfach das Tool für das Massengeschäft auch für die Industrieversicherung verwendet werden?

Underwriting PlatformDie Industrieversicherung zeichnet sich durch hoch komplexe und hoch individualisierte Produkte aus. Nicht selten umfasst eine Industriepolice mehrere hundert A4-Seiten. Die Versicherungsprodukte müssen höchst flexibel erweiterbar und individualisierbar sein. Aus diesem Grund setzen diverse Versicherungen immer noch auf Microsoft Word als „Underwriting Tool“ und erfassen nachgelagert Rumpfdaten manuell in einem Host-System.

Geschätzte 95 Prozent der Policendaten sind unstrukturierte Textinformationen wie spezielle Bedingungen, Ausschlussklauseln etc. Die restlichen 5 Prozent sind die strukturierten Daten wie der Versicherungsnehmer, Vertragsbeginn und -ende oder die Prämieninformation.

 

Backend meets Frontend: Wer ist der Bremsklotz für die digitale Strategie?

Ein Bestandssystem für die Industrieversicherung müsste also den Spagat meistern zwischen der marktorientierten, flexiblen Welt des Underwriters und der hoch strukturierten Welt der Backoffice-Prozesse.

Koppelt man das Underwriting Tool zu eng an das Bestandssystem, geht die Flexibilität verloren und das Bestandssystem wird zum Bremsklotz für die digitale Strategie. Gefordert ist somit eine flexible Transformation vom agilen Underwriting Tool ins relative starre Bestandssystem.

Policy Manager von UniversalConsor hat diese Überlegung in die Tat umgesetzt und mit dem Consor Universal Policy Manager eine Bestandsführung für die Industrieversicherung entwickelt. Während die Universal Underwriting Platform völlige Flexibilität bei der Modellierung der Versicherungsprodukte ermöglicht, gibt der Policy Manager eine strukturierte, aber erweiterbare Datenhaltung vor.

So kann z.B. ein neues Cyber-Produkt in der Underwriting Platform mit dem vollständigen Wording völlig frei modelliert werden. An der Struktur im Bestandssystem ändert sich dadurch nichts. Nur die für die Folgeprozesse benötigten Rumpfdaten werden produkteneutral auf das Bestandssystem abgebildet.

D.h. nur die rund 5 Prozent der strukturierten Daten werden via eine Datenabbildung aus dem Front System an das Bestandssystem weitergereicht. Auf diesen strukturierten Daten können anschliessend sämtliche weiteren Verarbeitungen vorgenommen werden wie Folgeprämienberechnung, Indexierung, Bestandsumteilungen etc.

Flexibilität und Zukunftsfähigkeit

Über 90 Prozent der IT-Entscheider nennen die «leichte Erweiterbarkeit des Systems» als ein zentrales Kriterium bei der Wahl eines neuen Bestandssystems. Mit der beschriebenen Entkopplung der Underwriting Platform vom Policy Manager bleibt diese gewünschte Flexibilität erhalten und sichert die Zukunftsfähigkeit der Lösung.